Baukultur im digitalen Wandel – Künstliche Intelligenz als Werkzeug für Transformation
von KVABerlin
Am 11. Juni 2025 war Ajna Nickau auf Einladung der Bundesarchitektenkammer und einer EU-Kommission in Brüssel zu Gast beim „Day of the Liberal Professions". In ihrem Vortrag stellte sie die Initiative New European Bauhaus (NEB) in den Mittelpunkt – eine europäische Bewegung, die Nachhaltigkeit, Ästhetik und Inklusion als untrennbare Werte des Bauens und Lebens versteht.
Gerade kirchliche Gebäude stehen exemplarisch für die Herausforderung, Bestehendes neu zu denken: viele werden wenig genutzt, sind sanierungsbedürftig oder warten auf eine neue Nutzung. Statt Abriss setzt die NEB-Initiative auf Transformation und Wiederbelebung – mit ökologischen, sozialen und kulturellen Perspektiven. So können Kirchen und Gemeindehäuser zu lebendigen Orten werden, an denen Vergangenheit und Zukunft einander begegnen.
In ihrem Beitrag zeigte Ajna Nickau, wie digitale Werkzeuge und Künstliche Intelligenz dabei helfen können, Baukultur weiterzuentwickeln. KI-gestützte Analysen ermöglichen eine präzise Erfassung von Bestandsgebäuden, Varianten-Simulationen oder die Auswertung von Nutzungsdaten. Besonders im Bereich der Umnutzung eröffnen sie neue Chancen für fundierte Entscheidungen und ressourcenschonende Planung.
Doch sie betonte auch die Grenzen: Kreativität, Kontextverständnis und ethische Verantwortung bleiben zutiefst menschliche Aufgaben. KI kann inspirieren und entlasten – aber nicht ersetzen, was Baukultur im Kern ausmacht: das verantwortliche Gestalten von Räumen für Menschen und Gemeinschaft.
Mit der geplanten NEB Facility 2025–2027 schafft die EU erstmals ein gezieltes Förderinstrument für nachhaltige und inklusive Quartiersentwicklung. Damit öffnet sich auch für kirchliche Träger ein neues Feld, um Baukultur mit digitaler Kompetenz zu verbinden – und gemeinsam den Wandel zu gestalten.