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Kirchliches Verwaltungswesen – Arbeiten ohne Amtsschimmel

von KVABerlin

Wer glaubt, ein kirchliches Verwaltungsamt sei ein Ort feierlicher Stille – unterbrochen nur vom gelegentlichen Rascheln der Akten –, der war noch nie morgens um 6:30 Uhr am Karolingerplatz. Oder abends um 19 Uhr. Oder an einem Nachmittag, an dem sechs Hunde – oder zumindest einer - entschieden haben, dass ein guter Tag für Chaos ist.

Zwischen Morgendämmerung und Feierabend-Mythos: Manche unserer Kolleginnen und Kollegen beginnen ihren Arbeitstag zu einer Uhrzeit, zu der der Rest Berlins noch ernsthaft darüber nachdenkt, ob der Wecker vielleicht ein Irrtum war. 6:30 Uhr. Das Licht geht an, die Kaffeemaschine blubbert, und irgendwo surrt bereits ein Drucker. Ob das Hingabe ist, Askese oder einfach die stille Überzeugung, dass Formulare sich in der Morgendämmerung besser bearbeiten lassen – wir fragen nicht nach.
Am anderen Ende der Zeitskala gibt es jene, die um 19 Uhr das letzte Licht im Gebäude löschen. Nicht weil sie es nicht früher könnten. Sondern weil Kirchenmitglieder und kirchliche Liegenschaften sehr wohl Bedürfnisse haben, die keine Rücksicht auf Kernarbeitszeiten nehmen. Gemeindekirchenräte tagen eben nun mal nach dem üblichen Feierabend und dann geht es erst um 19 Uhr zur Sitzung, die um 20 Uhr beginnt. Zum Glück fördert unser Vorstand die Flexibilisierung der Arbeitszeit.

Man könnte meinen, ein Verwaltungsamt brauche vor allem: Ordnung, Präzision und ein gutes Ablagesystem für Akten. Korrekt. Was man darüber hinaus aber offenbar auch braucht, sind Hunde.
Sie sind offiziell Bürohunde. Inoffiziell sind sie Stimmungsbarometer, Konferenz-Unterbrecher, Akten-Inspektoren und gelegentlich auch Reste-Verwerter. Wehe dem der was Leckeres in der Teeküche liegen lässt.
Die Wirkung auf die Büroatmosphäre ist nicht zu unterschätzen: Eine Diskussion über sinkende Kirchensteuereinnahmen ist mit einem schnarchenden Cocker Spaniel unter dem Tisch noch genauso dramatisch, sie ist aber weniger emotional. Wir empfehlen diese Methode zur Deeskalation ausdrücklich.

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